Für wen machen wir Aktivismus? Wer muss vor der Klimakrise geschützt werden? "Die Umwelt" antworten viele auf diese Fragen. 

Doch was ist das eigentlich "Umwelt"? Die Welt um uns? Das "Draussen"? Die "Natur"? Der Begriff "Umwelt" ist schwammig und irreführend. Das Wort "Umwelt" behauptet, dass es ein Aussen um unsere Zivilisation gibt, das von uns Menschen abgegrenzt werden kann. Das stimmt nicht. Gerade die Klimakrise zeigt: Jede menschliche Handlung beeinflusst die "Natur" und genauso bleiben Hitzewellen, Waldbrände und andere Katastrophen nicht einfach vor unserer Haustüre, vor "unserer Welt" stehen.

Die Abschiebung von "Natur" in ein Aussen ist eine europäische Vorstellung, die durch den Kolonialismus um den ganzen Globus geschifft wurde. Die Geschichte, dass Natur ausserhalb der menschlichen Zivilisation liegt, ist eine der Gründe, weshalb natürliche Ressourcen so rücksichtslos ausgebeutet wurden und werden - und somit eine direkte Ursache der Klimakrise. 

Um die Klimakrise zu bewältigen, können wir nicht dieselben Ideen nutzen, welche diese verursacht haben. Wir schützen weder ein Aussen noch ein Innen - weder die Umwelt noch nur uns Menschen. Denn wir können keine Umwelt von einer "Inwelt" trennen. Wir Menschen leben mit unseren vielen Begleitspezien zusammen. Vielleicht hilft uns der Begriff "Mitwelt" weiter. Zum 
Beispiel so: Wir und unsere Mitwelt kämpfen gemeinsam um unsere Welt.